Der Tafeldienst hat ausgedient

 In vier Klassen sind "Smart-Boards" im Einsatz

Kreide und Tafellappen gibt es hier nicht - zumindest in vier Klassen der Hauptschule Fuchstal. Seit einigen Wochen sind hier anstelle der grünen Wandtafeln "interaktive Whiteboards" in Verwendung. Und dies zur Freude der Schüler und Lehrer, wie in der jüngsten Sitzung der Fuchstaler Schulverbandsversammlung zu erfahren war.
Bei den in Kanada entwickelten "Smart-Boards", deren Anschaffung zum Gesamtpreis von etwa 10 000 Euro der Schulverband im Frühjahr beschlossen hatte, handelt es sich um berührungssensitive weiße Tafeln. Sie werden mit dem Computer verbunden und ein Beamer zeigt dessen Bild auf der Tafeloberfläche an. Von dort aus lässt sich dann durch Berühren mit dem Finger völlig problemlos jede Computeranwendung steuern. Lehrer und Schüler können zudem mit einfachen Stiften in verschiedenen Farben auf der Oberfläche schreiben, wie sie es auf einer herkömmlichen Wandtafel machen würden. Und zur Verblüffung der Schüler sorgt ein Erkennungsprogramm dafür, dass die handschriftlichen Aufzeichnungen in Druckschrift verwandelt werden.
Zur Verfügung stehen den Anwendern zudem spezielle Lernprogramme. Alle Arbeitsergebnisse, wie etwa auch eine "angefangene Aufgabe", lassen sich abspeichern und in der nächsten Stunde wieder herholen oder das "Tafelbild" kann den Schülern als Ausdruck zur Verfügung gestellt werden. Statt des "Tafeldienstes" sorgen ein elektronischer Schwamm oder der Aufruf einer neuen Seite dafür, dass wieder eine "blitzsaubere" Arbeitsfläche zur Verfügung steht.
Die Smart-Boards" finden praktisch in jeder Unterrichtsstunde Anwendung, berichtete Rektor Thomas Herbst in der Schulverbandsversammlung. Unserer Zeitung gegenüber bestätigten dies auch die betreffenden Lehrer. Karl-Heinz Kohler hatte dieses "interaktive Werkzeug" auf einer Messe kennen gelernt und der Schule zur Anschaffung vorgeschlagen. Die Schüler sind nun wesentlich motivierter, freut er sich. Sein Kollege Dieter Otto berichtet, dass seine Zehntklässler nach nur kurzer Zeit mit den Geräten umgehen konnten und sie bereits bei ihren Referaten im Rahmen ihrer Abschlussprüfung einsetzten.
Mit einem kleinen "Wermutstropfen" musste sich dann allerdings der Schulverband befassen. Denn entgegen der Planung können die "Smart-Boards" nicht über die im Klassenzimmer aufgestellten Computer, die Teil des Schulnetzwerkes sind, gesteuert werden. So war die zusätzliche Anschaffung von vier Notebooks zum Gesamtpreis von 3165 Euro erforderlich. Dem stimmte die Versammlung zu. Er hoffe, dass man in den nächsten Jahren auch weitere Klassenzimmer mit diesen "Smart-Boards" ausstatten könne, wünschte sich schließlich Rektor Herbst von den Verbandsräten.